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Nachhaltigkeit endet nicht auf dem Spielbrett – warum auch die Herstellung von Spielwaren zählt

2026-09-28 09:16

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Nachhaltigkeit endet nicht auf dem Spielbrett – warum auch die Herstellung von Spielwaren zählt

Nachhaltigkeit endet nicht auf dem Spielbrett – warum auch die Herstellung von Spielwaren zählt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit KlimaMission – Jeder Fußabdruck zählt! möchten wir Klimaschutz und nachhaltiges Handeln spielerisch erlebbar machen. Die Spielerinnen und Spieler beschäftigen sich mit Mobilität, Ernährung, Konsum, Energie und vielen weiteren Bereichen unseres Alltags. Gemeinsam versuchen sie, die CO₂-Skala vom roten in den grünen Bereich zu bewegen.

 

Doch während der Entwicklung von KlimaMission ist für mich eine weitere Frage immer wichtiger geworden: Wie nachhaltig ist eigentlich ein Spiel, das Nachhaltigkeit vermitteln möchte?

 

Diese Frage führt weit über die Inhalte unserer Quiz-, Ereignis- und Strategiekarten hinaus. Sie betrifft Materialien, Herstellung und Lieferketten ebenso wie soziale Verantwortung und Transparenz. Und sie führt zwangsläufig zu der Frage, welche Verantwortung wir selbst als Spieleentwickler und Verlag tragen.

 

Ein Spiel über Nachhaltigkeit muss sich selbst Fragen stellen. Es wäre einfach, Nachhaltigkeit ausschließlich zum Inhalt eines Brettspiels zu machen. Wir könnten über CO₂-Emissionen sprechen, nachhaltige Mobilität erklären oder zeigen, warum Ressourcenschonung wichtig ist. Wenn wir mit KlimaMission aber Menschen dazu anregen möchten, ihre eigenen Entscheidungen zu hinterfragen, müssen wir bereit sein, das auch bei unserem Spiel zu tun. Welche Materialien verwenden wir? Wo und unter welchen Bedingungen entstehen die einzelnen Bestandteile? Wie transparent sind die Lieferketten? Und welche Möglichkeiten haben wir als kleiner Verlag, auf diese Prozesse Einfluss zu nehmen?

 

Nicht auf jede dieser Fragen haben wir heute bereits eine abschließende Antwort. Das möchte ich auch gar nicht behaupten. Vielleicht ist gerade das ein wichtiger Teil unserer KlimaMission: Verantwortung beginnt damit, die richtigen Fragen zu stellen.

 

Nachhaltigkeit ist mehr als Papier, Holz und ein Spielkarton. Wenn wir über nachhaltige Brettspiele sprechen, denken viele zunächst an das Material. Ist der Karton recycelbar? Woher kommt das Papier? Braucht ein Spiel Kunststoff? Können Bestandteile aus Holz hergestellt werden? All das sind wichtige Fragen. Nachhaltigkeit in der Spielwarenbranche geht jedoch darüber hinaus. Die Fair Toys Organisation beschäftigt sich unter anderem mit der Verbesserung sozialer und ökologischer Standards und mit der Sensibilisierung für verantwortungsvollere Bedingungen in der Spielwarenproduktion. 

 

Damit verändert sich der Blick auf ein Brettspiel. Es geht nicht nur darum, woraus ein Spiel besteht, sondern auch darum, wie und unter welchen Bedingungen es entsteht. Für KlimaMission ist diese Perspektive besonders interessant, denn auch in unserem Spiel möchten wir zeigen, dass nachhaltiges Handeln selten aus einer einzigen richtigen Entscheidung besteht. Vielmehr geht es darum, Zusammenhänge zu erkennen und unterschiedliche Auswirkungen einer Entscheidung zu berücksichtigen. Was am Spieltisch gilt, sollte deshalb auch hinter dem Spielbrett eine Rolle spielen.

 

Verantwortung bedeutet für uns nicht, bereits perfekt zu sein. Bei einem neuen Brettspiel müssen viele Entscheidungen zusammenkommen: Gestaltung, Materialien, Produktionsmöglichkeiten, Qualität, Kosten, Transport und Logistik. Nicht immer gibt es eine Lösung, die gleichzeitig ökologisch, sozial und wirtschaftlich in jeder Hinsicht optimal ist. Genau deshalb möchte ich Nachhaltigkeit bei KlimaMission nicht als einfaches Werbeversprechen verstehen. Für mich ist sie vielmehr ein Entwicklungsprozess.

 

Wir möchten lernen, Fragen stellen und verstehen, an welchen Stellen wir bei zukünftigen Entscheidungen besser werden können. Das passt auch zum Grundgedanken unseres Spiels. KlimaMission verlangt von den Spielenden nicht, bereits alle Antworten zu kennen. Viel wichtiger ist, miteinander ins Gespräch zu kommen, Zusammenhänge zu erkennen und gemeinsam Handlungsmöglichkeiten zu entdecken. Warum sollte das bei uns als Verlag anders sein?

 

Die Mitgliedschaft in der Fair Toys Organisation ist deshalb ein weiterer Schritt auf diesem Weg. Seit Kurzem ist der Verlag KlimaMission – Bildung und Spiele Mitglied der Fair Toys Organisation. Im Jahresbericht der Organisation wird KlimaMission bereits als neues Mitglied aus Baden-Württemberg aufgeführt. Für uns bedeutet diese Mitgliedschaft vor allem die Möglichkeit zum Austausch und zum Lernen.

 

Mich interessiert dabei besonders die Verbindung zweier Perspektiven: Wie können Brettspiele verantwortungsvoller hergestellt werden – und wie können sie gleichzeitig selbst zu einem Werkzeug für Bildung und nachhaltiges Denken werden? Denn ein Spiel hat für mich zwei Seiten. Da ist zum einen das Produkt, das entwickelt, gestaltet und hergestellt werden muss. Und da ist zum anderen das Erlebnis, das entsteht, wenn Menschen gemeinsam an einem Tisch sitzen, miteinander diskutieren und Entscheidungen treffen. Bei KlimaMission möchten wir diese beiden Seiten zunehmend zusammendenken.

 

Spielen kann mehr sein als Unterhaltung. Morgen, am 29. September 2026, führt mich dieser Weg nach Nürnberg. Dort findet das Symposium „Spielsachen fair machen – Die Bedeutung zukunftsfähiger Spielwaren für die Branche“ statt. Im Mittelpunkt stehen unter anderem soziale Verantwortung, ökologische Nachhaltigkeit sowie faire und transparente Lieferketten.

 

Ein Programmpunkt interessiert mich dabei ganz besonders: „Mehr als Spiel – ‚Value of Play‘ als Bildungschance“. Hier geht es um die Frage, wie Fairness, Verantwortung und Nachhaltigkeit durch Spielen vermittelt werden können. Symposium_Spielsachen fair mach… Genau an diesem Punkt treffen sich für mich zwei zentrale Gedanken von KlimaMission.

 

Natürlich soll ein Brettspiel zunächst Spaß machen. Ein Lernspiel, das keinen Spaß macht, wird sein Bildungsziel nur schwer erreichen. Aber Spielen kann gleichzeitig mehr. Eine Quizfrage kann Neugier wecken. Eine Ereigniskarte kann eine Diskussion auslösen. Eine strategische Entscheidung kann dazu führen, dass wir über unser eigenes Verhalten nachdenken. Und eine gemeinsame Mission kann zeigen, dass komplexe Herausforderungen nicht immer dadurch gelöst werden, dass einer gewinnt und alle anderen verlieren.

 

Klimabildung beginnt für mich nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Genau deshalb haben wir uns für das Medium Brettspiel entschieden. Wir möchten nicht vorgeben, dass es für jede Herausforderung eine einfache Antwort gibt. Stattdessen möchten wir einen Raum schaffen, in dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam Fragen stellen können. Warum verursacht eine Reise mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln unterschiedlich viele Treibhausgasemissionen? Was bedeutet nachhaltiger Konsum? Welche Auswirkungen können unsere Ernährungsgewohnheiten haben? Und welche Entscheidungen können wir überhaupt selbst beeinflussen?

 

Wenn solche Gespräche am Spieltisch entstehen, wird aus einem Brettspiel mehr als Unterhaltung. Es wird zu einem Ausgangspunkt für Bildung.

 

Nachhaltigkeit sollte deshalb vor und hinter dem Spielbrett stattfinden. Vor dem Spielbrett sitzen die Menschen, die spielen, diskutieren, lachen und gemeinsam Entscheidungen treffen. Hinter dem Spielbrett stehen Entwicklung, Gestaltung, Herstellung, Transport und viele weitere Prozesse, die notwendig sind, damit ein Spiel überhaupt auf dem Tisch liegen kann. Für mich gehören beide Seiten zusammen.

 

Mit KlimaMission stehen wir dabei noch am Anfang unseres Weges. Gerade deshalb möchte ich offen bleiben für neue Erkenntnisse, andere Perspektiven und den Austausch mit Menschen aus der Spielwaren- und Bildungsbranche. Die Mitgliedschaft in der Fair Toys Organisation ist für uns deshalb kein Zeichen dafür, dass bereits alles erreicht wäre. Sie ist vielmehr ein weiterer Schritt auf unserer KlimaMission.

 

Morgen geht die KlimaMission nach Nürnberg. Ich freue mich darauf, beim Symposium zuzuhören, Fragen zu stellen, neue Menschen kennenzulernen und unterschiedliche Perspektiven auf die Zukunft der Spielwarenbranche zu erfahren. Besonders interessiert mich natürlich, welche Impulse wir anschließend für KlimaMission mitnehmen können.

 

Und deshalb soll es nach Nürnberg auch nicht einfach bei einem Veranstaltungsfoto bleiben. Ich möchte anschließend darüber berichten, welche Gedanken mich besonders beschäftigt haben, was ich für KlimaMission mitnehme und welche neuen Fragen vielleicht entstanden sind.

 

Denn am Ende passt auch das zu dem, was wir mit unserem Spiel erreichen möchten:

 

Wissen. Nachdenken. Handeln.

 

Und manchmal beginnt nachhaltiges Handeln ganz einfach mit einer guten Frage.

 

Was gehört für euch zu einem wirklich nachhaltigen Brettspiel? Ich freue mich auf eure Gedanken und Erfahrungen.

 

Unterstützt von Fatomke® – more than shirts. Gemeinsam für Klimabildung und nachhaltiges Handeln.